Du fragst dich, womit du deine Fingernägel richtig schneiden solltest, mit Nagelschere, Nagelknipser oder Nagelfeile? Die kurze Antwort: Für harte Nägel ist der Nagelknipser am schnellsten, für präzises Formen die Nagelschere und für eine glatte, versiegelte Kante die Nagelfeile. Am gepflegtesten wird das Ergebnis, wenn du nach dem Schneiden oder Knipsen immer mit der Feile nacharbeitest. In diesem Beitrag zeigt dir Katharina, welches Tool zum Nägelkürzen wann das richtige ist und wie du eine Nagelschere richtig benutzen kannst, ohne dich zu verletzen.
Gepflegte Hände beginnen bei der richtigen Nagellänge. Damit das gelingt, brauchst du nur wenige, saubere Werkzeuge: eine Nagelfeile in der passenden Körnung und einen Buffer für das glatte Finish. Wie du danach deine Nagelhaut versorgst, liest du in unserem Beitrag zum Nagelhaut pflegen. Hier liegt der Fokus auf dem richtigen Kürzen und Formen.
[pro-look]Deine Tools zum Nägelkürzen
Zum Kürzen der Nägel gibt es viele unterschiedliche Utensilien und Methoden. Wenn es schnell gehen muss, greifen die meisten Menschen zu Nagelschere und Nagelknipser. Wer bei den Nägeln eine bestimmte Form bevorzugt und sie dementsprechend formen möchte, greift zur Nagelfeile. Hier erklären wir dir die Vor- und Nachteile der Tools zum Nagelkürzen.
Für ein sauberes Ergebnis kombinierst du am besten zwei Schritte: erst kürzen, dann mit der Feile die Kante glätten und versiegeln. So vermeidest du, dass der Nagel später einreißt. Ein kleines Maniküre Set aus Schere oder Knipser, Feile und Buffer deckt dabei alles ab, was du im Alltag brauchst.

Die Nagelschere
Genau wie mit dem Nagelknipser kann der Nagel mit der Nagelschere schnell und einfach gekürzt werden. Mit ihr kann man deutlich präziser als mit dem Knipser arbeiten und die Nägel bei der Maniküre in die passende Form bringen. Viele Menschen möchten mit der Nagelschere auch die abstehende Nagelhaut entfernen, doch aufgrund der Verletzungsgefahr eignet sich diese nicht. Alternativ kann hier auch eine extra dafür vorgesehene Hautschere verwendet werden. Sowohl Nagelscheren als auch Nagelknipser sollten am besten aus Edelstahl sein, damit sie rostfrei bleiben und sterilisiert werden können. Danach solltest du die Fingernägel angemessen pflegen. Da durch das Schneiden kleine Risse entstehen können, solltest du diese immer mit einer Feile versiegeln, damit die kleinen Risse nicht einreißen. Von Zeit zu Zeit sollte die Schraube der Nagelschere nachjustiert werden, damit die Schneide wieder optimal schließt. Um die Nagelschere zu schleifen, eignet sich ein Schleifpapier der Stärke 150.
Neben den klassischen Nagelscheren gibt es spezielle Nagelscheren für Säuglinge und Kleinkinder. Diese haben oft eine abgerundete Spitze, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
Wie du eine Nagelschere richtig benutzen kannst
Eine Nagelschere richtig benutzen heißt vor allem: ruhig und in kleinen Schnitten arbeiten. Halte die Schere so, dass die gebogene Klinge der natürlichen Nagelform folgt, und setze leicht seitlich an, statt den Nagel in einem einzigen Schnitt quer abzuschneiden. So bleibt die Form gleichmäßig und du vermeidest scharfe Ecken, die später einreißen. Anschließend rundest du die Kante mit der Feile sanft nach.
Fußnagelschere und gerade Schnittführung
An den Füßen gelten eigene Regeln. Eine Fußnagelschere hat oft eine kräftigere, weniger stark gebogene Klinge. Schneide Fußnägel möglichst gerade und nicht zu kurz, damit die Ecken nicht einwachsen. Bei sehr festen oder dicken Fußnägeln stößt eine Schere allerdings schnell an ihre Grenzen, dann ist eine kräftigere Zange die bessere Wahl.
Der Nagelknipser
Bei harten Fingernägeln kommt man mit der feinen Nagelschere wahrscheinlich an seine Grenzen. Deshalb eignet sich hier ein Nagelknipser um einiges besser. Dieser sollte, genauso wie die Nagelschere, aus rostfreiem Edelstahl sein. Die Schneide des Nagelknipsers ist scharf und hinterlässt so eine schöne und glatte Kante. Das Kürzen geht schnell und unkompliziert. Der Nagelknipser ist leicht handzuhaben, egal, ob man Links- oder Rechtshänder ist. Durch die eingebaute Feile kann der Fingernagel vor der Maniküre in die gewünschte Form gebracht werden und Schmutz unter den Nägeln entfernt werden.
Davon abgesehen hat der Knipser aber auch einige Nachteile. Im Gegensatz zur Nagelfeile und Schere ist der Knipser nicht sehr präzise. Oft bleiben am Rand des Nagels ungleichmäßige Kanten, die mit einer Nagelfeile im Anschluss weggefeilt werden müssen. Außerdem bleibt die Nagelform immer gleich. Durch das schnelle Abknipsen können die Nagelreste in alle möglichen Richtungen springen und so unauffindbar werden. Sicherheitshalber solltest du auch hier nach dem Abschneiden die Nagelkante mit einer Nagelfeile versiegeln.
Gelnägel kürzen mit Knipser
Auch Gelnägel kürzen mit Knipser ist möglich, hier ist aber Vorsicht gefragt. Knipse niemals quer durch die ganze Modellage, sonst kann das Material splittern und sich von der Nagelplatte lösen. Setze stattdessen mehrere kleine Schnitte von außen nach innen und glätte die Kante danach gründlich mit einer Feile. Bei dicker Modellage ist Feilen oft die schonendere Methode.
Die Nagelzange
Durch den ergonomischen Griff der Nagelzange liegt sie perfekt in der Hand und lässt sich durch die Hebelwirkung leicht verwenden. Es gibt zudem mehrere Arten von Nagelzangen. Der Kopfschneider ist eine Nagelzange, die eine spitz zulaufende Klinge besitzt und schräg ansetzt. Im Gegensatz dazu benutzt man die sogenannte Eckzange eher bei einer Pediküre als bei einer Maniküre. Mit ihr können vor allem eingewachsene und gebogene Nagelecken geschnitten werden. Auch wenn diese Art des Kürzens weniger bekannt ist, ist die Nagelzange generell sowohl für Links- als auch für Rechtshänder leicht anwendbar.
Für feste Fußnägel ist eine Fußnagelzange das Werkzeug der Wahl. Dank der Hebelwirkung kürzt sie auch dicke Nägel sauber, ohne dass du viel Kraft aufwenden musst. Achte darauf, in kleinen Schritten zu arbeiten und nicht zu kurz zu schneiden.
Die Nagelfeile
Wer sehr präzise arbeiten und seine Nägel kürzen möchte, greift am besten zur Nagelfeile. Außerdem werden so Kanten und kleine Unebenheiten entfernt, damit man sich die Fingernägel nicht einreißt. Feilen gibt es mittlerweile aus vielen unterschiedlichen Materialien. Am besten eignet sich eine feine Körnung, besonders, wenn du an sehr brüchigen Fingernägeln leidest. Feilen mit einer sehr groben Körnung kürzen zwar äußerst schnell, tragen aber auch viel vom Fingernagel ab und rauen die Nagelkante extrem auf.
Nach dem Schneiden oder Knipsen versiegelt eine feine Feile die Kanten und entfernt Unebenheiten, an denen man sich leicht die Fingernägel einreißen könnte. Um ein Splittern des Nagels zu verhindern, solltest du von der Mitte der Fingerkuppe ausgehend bis zu den seitlichen Rändern arbeiten. Zusätzlich empfiehlt es sich, immer nur in eine Richtung zu feilen. Dadurch wird das Risiko von Rissen im Nagelbett reduziert.
Bei der Auswahl einer Feile hast du die Möglichkeit, dich zwischen geraden Feilen oder gebogenen Feilen, mit denen du sehr gut der natürlichen Form der Nägel folgen kannst, zu entscheiden. Ein Buffer eignet sich dazu, deinen Nägeln ein glänzendes Finish zu geben.
Die richtige Körnung wählen
Die Körnung gibt an, wie fein oder grob eine Feile schleift, je höher die Zahl, desto feiner. Als Orientierung:
- 80 bis 100: sehr grob, vor allem zum Kürzen und Formen von Kunstnägeln, für Naturnägel zu aggressiv.
- 150 bis 180: mittel, gut zum Formen kräftiger Naturnägel und für die Kante nach dem Knipsen.
- 240 und feiner: fein, ideal für empfindliche oder brüchige Naturnägel und zum sanften Versiegeln der Kante.
- Buffer: glättet die Nageloberfläche und sorgt für ein natürliches Glänzen, ganz ohne Lack.

Nägel schneiden oder feilen?
Viele fragen sich, ob sie ihre Fingernägel schneiden oder feilen sollten. Beides hat seine Berechtigung, am besten kombinierst du es. Schneiden oder Knipsen ist die schnelle Methode, um deutlich Länge zu nehmen. Feilen ist die präzise Methode, um die Form festzulegen und die Kante zu versiegeln. Bei sehr brüchigen oder dünnen Nägeln solltest du eher nur feilen, weil das Schneiden Druck auf die Nagelplatte ausübt und sie splittern lassen kann.
Die Faustregel lautet also: Nägel schneiden oder feilen ist kein Entweder-oder. Kürze grob mit Schere oder Knipser und gib der Kante anschließend mit der Feile den letzten Schliff. So bekommst du eine saubere, stabile Form, an der nichts einreißt.
Fingernägel richtig schneiden Schritt für Schritt
Wenn du dein Werkzeug beisammen hast, kannst du deine Fingernägel richtig schneiden. Arbeite an trockenen Nägeln und mit ruhiger Hand, dann bleibt die Kante stabil.
- Tools säubern: Wische Schere, Knipser und Feile vor dem Gebrauch sauber ab, damit keine Keime auf die Nägel gelangen.
- An trockenen Nägeln arbeiten: Kürze deine Nägel trocken und nicht direkt nach dem Baden, aufgeweichte Nägel reißen leichter ein.
- Länge nehmen: Kürze den Nagel mit Schere oder Knipser in mehreren kleinen Schnitten von außen nach innen, statt in einem einzigen Schnitt.
- Form festlegen: Feile von der Mitte der Fingerkuppe zu den Rändern und immer nur in eine Richtung, so legst du die gewünschte Form sauber an.
- Kante versiegeln: Ziehe die Feile zum Schluss flach über die Schnittkante, das glättet sie und verhindert, dass der Nagel splittert.
- Pflegen: Reibe etwas Nagelöl in die Nagelhaut ein, damit Nägel und Haut geschmeidig bleiben.
No-Gos beim Nägelkürzen
- Bei harten Fingernägeln solltest du unbedingt Abstand von der Nagelschere nehmen. Durch das Verwenden der Schere kann der Fingernagel bei der Maniküre splittern. Dadurch können Bakterien in die Nagelschichten eindringen.
- Achte unbedingt darauf, dass deine Tools sauber sind. Verschmutzte Utensilien können zu Bakterienansammlungen und so zu Nagelinfektionen führen.
- Die Fingernägel sollten beim Schneiden niemals nass oder sehr aufgeweicht sein. Auch wenn sie dadurch weicher und leichter abzuschneiden sind, sind sie umso empfindlicher und anfällig für Verletzungen. So können sich Risse bilden, in denen Feuchtigkeit eindringt. Diese Feuchtigkeit erhöht das Risiko für Nagelpilz.
Wie der Nagel grundsätzlich aufgebaut ist und warum die Schutzschichten so wichtig sind, beschreibt auch das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Nagelfeile, Nagelschere oder Nagelknipser?
Wer eine schnelle und doch präzise Methode zum Nägel kürzen bei der Maniküre sucht, greift am besten zur Nagelschere. Auch der Nagelknipser sorgt für ein schnelles Kürzen, ist dabei aber weniger präzise. Allerdings kürzt der Knipser auch härtere Fingernägel und sorgt für eine glatte Nagelkante. Die Nagelfeile ist das präziseste Instrument, das zudem wenig Verletzungsgefahr birgt. Mit ihr kann der Fingernagel in die gewünschte Form gebracht und die Nagelkante nach dem Kürzen versiegelt werden. Egal, welches Instrument du wählst: Es sollte eine hochwertige Qualität haben und vor und nach jeder Maniküre gesäubert werden.
[look-1]Häufige Fragen zum Nägelkürzen
Was ist besser, Nagelschere oder Nagelknipser?
Das hängt von deinen Nägeln ab. Die Nagelschere arbeitet präziser und eignet sich zum Formen, der Nagelknipser kürzt schneller und kommt auch mit harten Fingernägeln zurecht. In beiden Fällen solltest du die Kante danach mit einer Nagelfeile versiegeln.
Sollte man Fingernägel schneiden oder feilen?
Am besten kombinierst du beides. Schneiden oder Knipsen nimmt schnell Länge, Feilen legt die Form fest und versiegelt die Kante. Bei sehr brüchigen oder dünnen Nägeln solltest du eher nur feilen, weil das Schneiden die Nagelplatte splittern lassen kann.
Wie kann ich eine Nagelschere richtig benutzen?
Arbeite in kleinen Schnitten, lasse die gebogene Klinge der Nagelform folgen und setze leicht seitlich an. Schneide niemals quer in einem Zug ab. Danach rundest du die Kante mit der Feile von der Mitte zu den Rändern sanft nach.
Welche Körnung sollte meine Nagelfeile haben?
Für empfindliche oder brüchige Naturnägel eignet sich eine feine Körnung ab etwa 240. Kräftige Naturnägel formst du gut mit 150 bis 180. Sehr grobe Feilen unter 100 sind für Kunstnägel gedacht und für Naturnägel zu aggressiv.
Kann ich Gelnägel mit einem Knipser kürzen?
Ja, aber vorsichtig. Knipse nicht quer durch die Modellage, sondern setze mehrere kleine Schnitte von außen nach innen und glätte die Kante danach mit der Feile. Bei dicker Modellage ist Feilen oft die schonendere Methode.







